Die "Nudge"-Theorie, vorgeschlagen von Richard Thaler und Cass Sunstein, zielt darauf ab, das Verhalten zu beeinflussen, indem die systematischen Verzerrungen der Menschen (anstatt rationaler "Econs") durch die Veränderung der "Wahlarchitektur" genutzt werden, ohne die Wahlmöglichkeiten einzuschränken oder wirtschaftliche Anreize erheblich zu verändern. Dies wird als "libertärer Paternalismus" bezeichnet, der die Entscheidungsfreiheit wahrt und gleichzeitig die Menschen nicht zwanghaft zu besseren Entscheidungen führt.
Vier Schlüsselpunkte:
Wahlarchitektur ist allgegenwärtig und unvermeidlich: Jedes Design beeinflusst das Verhalten; es gibt kein "neutrales" Design. Exzellente Architektur nutzt Details, um das Verhalten zu lenken.
Menschliche Entscheidungen haben systematische Verzerrungen: Menschen verlassen sich auf Heuristiken (wie Anker-Effekte, Verfügbarkeit) und sind verlustavers, was zu vorhersehbaren Fehlern und Trägheit führt.
Die Standardoption ist ein mächtiges Nudge-Werkzeug: Durch die Nutzung der Tendenz der Menschen, dem Status quo zu folgen, kann das geschickte Setzen von Standardoptionen (z.B. automatische Anmeldung zu Rentenplänen) die Ergebnisse erheblich beeinflussen.
Nudges sind besonders wichtig bei komplexen, seltenen Entscheidungen: Bei schwierigen Entscheidungen mit wenig Feedback (wie Hypotheken, Organspenden) können Nudges (z.B. "vermutete Zustimmung" zur Organspende) den Menschen effektiv helfen und positive Ergebnisse bringen.