Der Referent:
Michael Neutze hat einen Abschluss in Geographie und ist seit 21 Jahren bei Destatis tätig, mit Erfahrung in der Veröffentlichung, Datenvisualisierung, Kartographie und der Volkszählung. Er ist bekannt für animierte Bevölkerungspyramiden, einen Kalender zu Verkehrsunfällen und interaktive Karten, die offene Webstandards nutzen.
Die Sitzung:
Menschen sind Karten gegenüber aufgeschlossen, und Karten sind ein statistisches Diagramm, das mehr begeistert als ein Tortendiagramm. Wir müssen jedoch verstehen, was wir tun, wenn wir Daten kartieren. Wie wird eine Karte bedeutungsvoll? Das ist das Thema und der Einstieg in das Thema Kartierung. Dazu gehört auch, wann man keine Karte erstellen sollte.
Zweitens ist Kartierung ein Handwerk. Es besteht darin, eine Kartenprojektion zu verwenden (da die Erde nicht flach ist), einen geeigneten Kartentyp für die vorliegenden Daten zu finden und auf alle Details zu achten, die zu einer korrekten Interpretation führen, wie Farb- und Größenlegenden, objektive Klassifizierung und eine allgemeine visuelle Hierarchie zur Symbolisierung der zugrunde liegenden Geographie (z. B. Grenzen, Flüsse, Autobahnen) im Vergleich zu den statistischen Daten.
Statistische Organisationen verwenden in ihrer täglichen Arbeit häufig Choroplethenkarten: In der Regel wird eine einzelne Variable, die relative Werte (Dichte, Konzentration) darstellt, klassifiziert und die Verwaltungsgebiete werden dann entsprechend in Farbtönen codiert. Diese Klassifizierung (Quantile, gleichmäßige Abstände, Jenks natürliche Brüche, ck-Mittelwert) muss verstanden werden, um eine bedeutungsvolle Karte zu erstellen.
Auf der anderen Seite werden absolute Werte durch die Verwendung von proportionalen Symbolen kartiert, wobei die Fläche eines Symbols proportional zum absoluten Wert der Daten ist. Diese Symbole können jedoch so überlappen, dass die Interpretation schwierig wird. Ein Kraftlayout kommt zur Rettung, bei dem simulierte Kräfte die Symbole verteilen, jedoch auf Kosten der genauen Standortgenauigkeit. Wir werden sehen, wie mit diesen Kompromissen umgegangen werden kann.
Schließlich eröffnen sich mit der Veröffentlichung online oder sogar zuerst online ganz neue Wege in die Kartierung. Anhand einiger Beispiele aus aktuellen Veröffentlichungen von Destatis, dem Statistischen Bundesamt, werden wir sehen, welche Arten von Interaktivität möglich sind und wo genau Interaktivität und Animation ein besseres Verständnis der Daten fördern.